Kommerz statt Patientenwohl: Notaufnahme in Hettstedt schließt

Ulrich Siegmund, Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalt

Im kommenden Jahr soll die Notaufnahme in Hettstedter Krankenhauses geschlossen werden. Patienten müssen dann zukünftig weite Wege bis Eisleben oder Sangerhausen in Kauf nehmen – mindestens 20 bis 30 Minuten Autobahnfahrt –, um wichtige Hilfe zu erhalten. Ein neues Gesundheits- und Notfallzentrum ist für die Region zwar im Gespräch, allerdings ohne konkrete Pläne.

Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, sagt dazu: „Mit dieser Entscheidung wird wieder einer ganzen Region die notfallmedizinische Absicherung entzogen. Den Kahlschlag in der Versorgung sagen wir bereits seit Jahren vorher, immer wieder sind wirtschaftliche Gründe Auslöser für die beschworene Konzentration von Fachrichtungen. Die medizinische Versorgung muss sich einzig und allein am Bedarf ausrichten und nicht an kommerziellen Aspekten. Auf die neue Lösung eines neuen Gesundheitszentrums wird der Landkreis ewig warten können. Es gibt bereits vergleichbare Zustände in Genthin und Havelberg, dort passiert seit Jahren nichts.

Wir brauchen dringend eine grundsätzliche Neuausrichtung unseres Gesundheitswesens und eine Rekommunalisierung von Kliniken mit einer entsprechenden Finanzierung durch das Land und den Bund. Zusätzlich brauchen wir zukünftig viel mehr Ärzte und mehr medizinisches Personal, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Die notwendigen Initiativen, z. B. die von uns beantragte Erhöhung der Studienplätze, werden leider bis heute durch die Landesregierung blockiert. Die Zustände in unserer Versorgung sind hausgemacht.“